Sendecki & Spiegel

Jazzfreaks nennen den polnische Pianisten Vladyslav Sendecki und den deutschen Schlagzeuger Jürgen Spiegel oft in einem Atemzug: Spiegel & Sendecki, das ist bereits ein Begriff wie Sam & Dave oder Laurel & Hardy. Kein Wunder: Als Duo der Superlative sind sie mit den Alben «Two in the Mirror» und «Solace» sowie mit ihren zahlreichen Live-Auftritten zum Markenzeichen geworden. Selbstverständlich ist das nicht, denn der Altersunterschied zwischen den beiden beträgt immerhin 17 Jahre.

Als Spiegel 1972 in Bremen zur Welt kam, studierte Sendecki bereits Musik am Chopin-Konservatorium seiner Heimatstadt Krakau. Dort entdeckte er den Jazz für sich; 1974 gründete er gemeinsam mit Jaroslaw Smietana die Jazzrock-Band Extra Ball; von 1977 bis 1980 leitete er zudem das Quartett Sunship. 1981 verliess er Polen aus politischen Gründen und siedelte in die Schweiz um. Wer damals jung war, hat miterlebt, wie ‐ Sendecki von hier aus mit dem Geiger Michael Urbaniak und der Sängerin Urszula Dudziak sowie mit Leszek Zadlos Polski Jazz Ensemble durchstartete. Alsbald war er auch mit Klaus Doldingers Passport, Mike Oldfield, Billy Cobham, Larry Corryell, den Brecker Brothers, Jaco Pastorius und vielen anderen zu hören. Einen festen Platz fand er von 1996 bis 2020 als Pianist der NDR Bigband, einer der namhaftesten Grossformationen auf dem Kontinent.

Mit seiner Frau, der Schauspielerin Angélique Duvier, realisierte er Projekte, die Jazz und Lyrik verbanden; daneben spielte er kontinuierlich in kleineren Formationen wie dem Trio Sendecki oder eben im Duo mit Jürgen Spiegel. 2011 wurde er mit dem Hamburger Jazzpreis geehrt, 2015 mit der Gloria-Artis-Medaille, der höchsten künstlerischen Auszeichnung, die die Republik Polen zu vergeben hat. 2017 wurde er zudem Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Gorlice ernannt – eine besondere Genugtuung für den ehemaligen Dissidenten.

Auch Jürgen Spiegel, der an der Musikhochschule Bremen studierte, unter anderem bei Charly Antolini, hat mit einer Vielzahl von Musikern zusammengearbeitet; besonders bekannt wurde er mit dem Tingvall Trio, das schon mit etlichen Preisen bedacht wurde. Daneben ist er auch als Produzent tätig, was ihm besonders während der Pandemie, als die Auftrittsmöglichkeiten fehlten, zustattenkam. Mit Sendecki traf er in der NDR Bigband zusammen, aus der sich der Pianist inzwischen in den Unruhestand verabschiedet hat.

Die beiden entdeckten, dass sie als musikalische Partner zusammenpassen: Aufmerksamkeit und Empathie prägen ihr Spiel, in dem sich Spuren von Frédéric Chopin bis zu McCoy Tyner finden lassen. Musik zum Chillen und zum Tanzen, anspielungsreich und gehaltvoll, ohne anstrengend zu sein.

Carsten Lindholm Trio

Das Carsten Lindholm Trio spielt selbst komponierte Songs gleichberechtigt neben Interpretationen von Pop-Songs.

Ob King Of Pain von The Police, La la la von Sam Smith oder auch Interpretationen von Musikstücken aus der Feder von Coldplay, Alanis Morrissette oder Sting, stets findet das Carsten Lindholm Trio einen eleganten Weg diesen Welthits ihren Jazz-Stempel aufzudrücken. Ein Stempel der weniger aus Improvisationen oder verkopftem Spiel besteht, sondern dafür sorgt, dass die Stücke auf musikalisch spannende Art und Weise auf melodisches Jazzterrain entführt werden. Live darf man daher einiges von Carsten Lindholm und seinem Trio erwarten:

Wir möchten dem Publikum ganz besondere Live-Erlebnisse bescheren. So ähnlich wie ich es früher als Konzertbesucher bei Konzerten von Brad Mehldau, Jan Garbarek, Lars Danielsson und Wolfgang Haffner als Zuschauer erlebt haben, erzählt Carsten. Pianist Jan Gunnar Hoff aus Norwegen leitet sein eigenes Trio mit Audun Kleive und Anders Jormin, hat ein Quartett mit Mike Stern, Gary Novak, Per Mathisen, und hat
diverse Projekte/Aufnahmen mit Alex Acuna und Horacio Hernadez gemacht. Er hat als Bandleader 20 Alben veröffentlicht.

Bassist Reggie Washington aus den USA leitet seine eigenen Bands: Rainbow Shadow, Freedom Trio Vintage New Acoustic, Ruebens Bass Chor und RW Quartet. Er hat u.a. mit Steve Coleman, The Headhunters, Roy Hargrove, Archie Sheep und Branford Marsalis zusammen gearbeitet. Reggie hat fünf Alben als Bandleader veröffentlicht und spielte als Sideman über 50 Studioalben ein.

Carsten Lindholm ist ein dänischer Schlagzeuger und Komponist. Auf seinen Alben spielten unter anderem Künstler wie Erik Truffaz, John Beasley, Reggie Washington, Pete Judge, Jim Barr, Eivind Aarset, Gunnar Halle, Thomas Siffling und Christof Dell.

Carsten Lindholm ist bereits mit verschiedenen seiner Trio- Formationen live aufgetreten, hauptsächlich mit dem Pianisten Jan Gunnar, darunter Elbjazz, Bix, Jazznjoy Worms, Montmartre Kopenhagen, Theatre de Caen. Sein aktuelles Trio hat u.a Dortmund, Köln, Bamberg, Ingolstadt, JazzFolkByke Syke, Hameln, Mannheim als Club und Festival Referenzen.

Im Februar 2020 wurde die Single Uninvited, ein Cover von Alanis Morissette, auf dem dänischen Label Gateway Music weltweit digital veröffentlicht.

Im November 2021 folgte Roxanne, ein Police Cover, und im April 2022 King of Pain, Juni kommt Daylight Savings Juni, und danach werden noch mehr Original Kompositionen weltweit digital veröffentlicht.

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Stephanie Lottermoser
Jazz ist eine Allegorie für das Leben. Und für beides gilt: Unabhängigkeit zu erlangen ist ein langer Prozess. Das ist das Narrativ von IN DEPENDENCE. Stephanie Lottermosers neues Album handelt vom Streben nach Eigenständigkeit in allen Facetten des Lebens.

Musikalisch hat sich Stephanie Lottermoser von Anfang an konsequent ihren Freiraum genommen und längst eine eigenständige und wiedererkennbare Sprache gefunden. Stilistisch bleibt sie sich mit ihrer groovenden Synthese aus Jazz, Soul, Funk und Pop treu, entwickelt sich selbst und ihren Sound im besten Sinne weiter. Das Ergebnis: klare kompositorische Linien, eingängige Melodien, emotionale Ansprache und eine subtile Virtuosität, fernab von akademischer Nüchternheit und Technikaffinität.

IN DEPENDENCE ist Stephanie Lottermosers bisher persönlichstes Werk. Es ist reich an intimen biographischen Einblicken und Momenten in einer neuen Lebensrealität. Ein Aufspüren dieser kleinen Einblicke mit der Musik ist möglich, aber keine Voraussetzung. Die Musik steht erst einmal für sich und offenbart in ganzer Intensität alles von feinen Melodien über satte Grooves bis zu ausgedehnten Improvisationen. Stephanie Lottermoser offenbart verborgene Narrative, Gedanken und ihre persönlichen Utopien. Dafür setzt sie die ihr naheliegendste Ausdrucksform ein: Musik.

Mit IN DEPENDENCE ist Stephanie Lottermoser ein persönliches und emotionales Album mit aufregender Klangsprache gelungen. Ein musikalischer Meilenstein auf Ihrem Weg in die Unabhängigkeit.
Viktoria Tolstoy & Jakob Karlzon

Schöne Stimmen gibt es viele, im Jazz heute mehr denn je. Viktoria Tolstoy aber ist einzigartig: Sie ist die große Melodramatikerin des Jazz und Pat Metheny sagte nach einem Auftritt zu ihr: „Wenn du singst geht die Sonne auf.“ Eine bipolare Musikerin, die wie keine andere das Glück brüchig und bedroht, das Bittere aber zauberhaft und schön klingen lassen kann. Diese Kunst hat sie auch konzeptionell umrahmt und stetig perfektioniert.
Tolstoy & Karlzon sind ein intimes Duo, ganz auf ihre langjährige musikalische Partnerschaft fokussiert.
Karlzons Spiel lebt von den Zwischentönen, den Übergängen, dem Uneindeutigen – egal ob er sich von Klassikern wie Grieg oder Hardrockern wie KoRn inspirieren lässt. Seit über 20 Jahren ist er Tolstoys Begleiter, und er wird das wohl bleiben, auch wenn er wie einst Esbjörn Svensson längst auch unter eigenem Namen auf Erfolgskurs ist, siehe seine viel gelobte Trioaufnahmen auf Warner Jazz.
Nach diversen internationalen Tourneen beider Künstler in ihren eigenen, größeren Besetzungen präsentieren sie ihre Songs im Duo – intim, intensiv und voller Magie.

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CHRIS HOPKINS meets the JAZZ KANGAROOS

Chris Hopkins, der in Princeton/New Jersey geborene Wahl-Bochumer, zählt mit seinem melodischen, farbenreichen Stil längst zu den renommierten Musikern der internationalen Jazz-Szene.

Auch als Leiter seines Ensembles „Echoes of Swing“ bekannt geworden, räumte er zuletzt zahlreiche Auszeichnungen wie den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ und den „Prix de L’Académie du Jazz (Paris)“ ab.

Für dieses außergewöhnliche Konzert bringt er ein unerhört groovendes Trio einiger der besten Musiker aus „Down Under“ mit. So spielen sich Chris Hopkins & Friends lustvoll durch Eigenkompositionen und das „Great American Songbook“ von Gershwin bis Ellington und swingen was das Zeug hält.

Lässig-elegant, mitreißend, unterhaltsam.

SANUYÉ

Nachts um drei schlaflos am Klavier. Die Emotionen im Herzen, die Gedanken im Kopf und die Melodie in den Fingern. Der erste Song von Kathi – und es folgen viele weitere. Von Geschichten und Erlebtem, von Freundschaft und Zusammenhalt, von Leichtigkeit und Schicksalsschlägen. Die sieben Künstler*innen kennen sich aus gemeinsamen Zeiten an der Musikhochschule und aus dem Bundesjazzorchester. Sie alle verbindet die Liebe zur Musik und sie sind durch glückliche Zufälle zu Freunden geworden, die es lieben sich zusammen in ihre musikalische Welt fallen zu lassen. Ihre unterschiedlichen Erfahrungen und künstlerischen Ideen machen ihre Musik einzigartig, improvisatorische Teile verleihen ihrem Spiel seinen ganz eigenen Charme. Man spürt förmlich die Freude am gemeinsamen Musikmachen und mit ihren Songs zwischen Jazz und Soul begeistern sie das Publikum, bewegen Menschen – und möchten am liebsten nie damit aufhören.

Jasmin Bayer & Band

„Jasmin Bayer ist eine Entdeckung. Ihre Jazz Konzerte zeigen eine erfahrene Sängerin, eine makellose warme Intonation, eine charismatische Bühnenpräsenz.“, so Matthias Winckelmann begeistert, auf dessen Label ENJA Records Jasmin Bayer in 2016 debütiert. Und in der Tat überrascht Jasmin Bayer, deren Karriere als Musikerin so ungewöhnlich wie überzeugend startet, bei jedem ihrer Auftritte.
„Eine Meisterin der Jazzballade.“, titelt die Augsburger Allgemeine Zeitung. „Jasmin Bayer hat eine wunderbare Stimme…ein neuer Stern am Jazzhimmel.“ ist in der Süddeutschen Zeitung zu lesen. „Weich in der Anlage, makellos in der Atemtechnik: Damit setzte Jasmin Bayer bei jeder Eigenkomposition deren individuellen Charakter um.“, schreibt die Mittelbayerische Zeitung.

Eine gestandene Frau, eine Künstlerin, die genau weiß, was sie tut, die ihr Publikum mit musikalischer Qualität zu überzeugen und mit ihrem Charme zu umgarnen weiß, präsentiert mit Von Jazz bis James Bond ein Programm von berückend emotionaler Dichte und klanglicher Finesse.
Ausgehend von ihrem Debütalbum Summer Melodies fesselt sie mit Songs, die so leicht und flirrend daher kommen, wie der Sommer selbst, um dann wieder mit eindringlicher Intensität auch die Schattenseiten und Untiefen zu besingen. Ihre Texte und ihre Musik sind die Essenz eines bunten, prallen Lebens. Sind Lebensfreude und Melancholie, und manchmal Trauer und gesunde Wut… Den Standards des American Songbook, die Jasmin Bayers Programm ergänzen, drückt sie wie selbstverständlich ihren ganz persönlichen Stempel auf – und dann gibt es da noch ihre unnachahmlichen Interpretationen der James Bond Klassiker…

Mit ihrem zweiten Album bei ENJA Records The Green Unicorn hat sich Bayer einen neuen Grundstock mit eigenem Repertoire geschaffen und damit eindrücklich ihre Entwicklung dokumentiert. Die fruchtbare Zusammenarbeit mit ihrem Pianisten Davide Roberts beweist sich wieder bestens. Man nimmt Bayer den Schmerz, die Melancholie, aber auch die überschwängliche Freude zu jeder Sekunde ab. Ihre Stimme überzeugt und ihre Band überzeugt.

An ihrer Seite stehen Pianist, Mitkomponist und Arrangeur Davide Roberts, Markus Wagner am Kontrabass, Schlagzeuger Hajo v. Hadeln und Florian Brandl an Trompete und Flügelhorn. Vier Musiker, die in ihrem Jazz Leidenschaft und spielerische Eleganz, Akkuratesse und improvisatorische Beweglichkeit virtuos vereinen.

Von Jazz bis James Bond mit Jasmin Bayer & Band – das ist konsequenter und swingender, vielseitiger und erfrischender Jazz voller Eleganz und perfekter Ausgewogenheit von Intellekt und Emotion, Garant dafür, jeden im Publikum mitzureißen.

Mit ihrem im Herbst 2021 erschienen dritten Album Merry Christmas Baby Timezone records, feiert sie eine Hommage an die Weihnachtszeit mit 17 sehr unterschiedlichen Weihnachtsliedern, die die persönlichen Weihnachtsgefühle von Jasmin Bayer widerspiegeln.

The Jakob Manz Projekt

Ohne Zweifel ist Jakob Manz ein absolutes Ausnahmetalent. Bereits mit 16 Jahren wurde er ins Bundesjazzorchester aufgenommen, mit dem er in Konzertsälen wie der Elbphilharmonie Hamburg, der Kölner Philharmonie oder im Gasteig München sowie in vielen verschiedenen Ländern auftrat. Auch das zuletzt erschienene Album Natural Energy (April 2020, Act Music) klingt kompositorisch so reif, dass es wenig Mut braucht zu prophezeien, dass man von Jakob Manz noch einiges hören wird.

Kaum zu glauben, dass der erst 20 ist. So oder so ähnlich dürften es viele denken, die Jakob Manz mit seiner Band The Jakob Manz Project zum ersten Mal live erleben. Derart abgeklärt, direkt und voller Groove ist diese Musik, dass man bei geschlossenen Augen eine Truppe erwarten würde, die ihr Zusammenspiel über viele Jahre immer weiter perfektioniert hat.

Mit Hannes Stollsteimer, Frieder Klein und Paul Albrecht hat Manz drei Mitstreiter gefunden, die – kaum älter und ebenso talentiert wie er – gemeinsam eine mitreißende Vision von überzeugend souligem Jazz verwirklichen.
Das zugehörige Album Natural Energy (April 2020, Act Music) klingt kompositorisch so reif, dass es wenig Mut braucht zu prophezeien, dass man von Jakob Manz noch einiges hören wird.

MIU

Es liest sich ein bisschen wie das Drehbuch eines Films: Eine junge Frau aus Hamburg, die irgendwas mit Werbung macht, schmeißt ihren Job und fliegt nach New York, spielt dort »einfach so« im The Bitter End, einem dieser legendären Live-Clubs der Welt, der Wiege ihrer Idole wie Donny Hathaway oder Stevie Wonder und legt damit den Grundstein für ihre Musikkarriere.

Nach Absagen großer Plattenfirmen sammelt sie mit einem Crowdfunding über 20.000€, sucht sich ihr Team und produziert ihr Doppel(!)album „Modern Retro Soul“ selbst. Im Oktober 2019 landet das Album ohne Plattenfirma in den deutschen offiziellen Albumcharts, auf Platz 1 der Soulcharts und sie verkauft das Hamburger Gruenspan aus. Daneben wurde einer ihrer Songs für den amerikanischen Netflix Film „The Debt Collector 2“ (VÖ: 2020) lizensiert. Klingt nach Hollywood? Ist so passiert.

Nach ihrem Aufenthalt in New York beginnt eine neue Zeitrechnung für Miu und so setzt sie alles auf eine Karte: Sie gründet ihre eigene Band, übt unentwegt Gitarre, Klavier & Ukulele. Sie singt sich durch Deutschland und Europa, spielt als erster Popact in der Hamburger Elbphilharmonie, begeistert Soulfans genauso wie die Gäste von Elbjazz und Jazz Baltica, ist Miu’s Sound doch international und lässt mit einer unverwechselbaren Stimme aufhorchen, die ihre Hörer in die rauchigen Clubs der Motown-Ära mitnimmt.

Das Hamburger Abendblatt attestiert ihr „den Soul von Donny Hathaway, den Charme einer Audrey Hepburn, aber auch das Abgründige von Amy Winehouse und die Stärke einer Adele“.

Trotz der positiven Medien- und Publikumsresonanz: Die großen Labels sehen kein Potential. Nach 2 Veröffentlichungen stellt sich die Frage: Wie weitermachen? Oder: Überhaupt weitermachen? Miu’s Antwort lautet: Ein letzter Versuch und dieses Mal ohne Kompromisse.

Mit „Modern Retro Soul“ veröffentlicht Miu im Oktober 2019 nicht nur ein Album, sondern ein Statement.

Ein Doppelalbum, dass die Sounds vergangener Tage auf moderne urbane Beats treffen lässt. Verzerrte Gitarren aus den 70s schreien gegen moderne Synthies und über allem schwebt Miu’s Stimme, deren Texten man anmerkt, dass der Weg zum Album mitnichten immer leicht war. Inspiriert von starken Songwriterinnen wie Carole King, Roh-Soundspezialisten wie den Black Keys, atmosphärischen Klängen eines Michael Kiwanuka und großen Vokalistinnen wie Amy Winehouse, bringt Miu ihre Lieder mit durchsetzungsstarkem Sound ins Jahr 2019. Dreck und Glanz, rauer Wumms und zart flirrender Schmelz.

„Mir war wichtig, ein Album zu machen, dass alles vereint, was ich selbst gern mag“, resümiert die Multiinstrumentalistin und erklärt, wie organisch nicht nur ein, sondern zwei Alben entstanden sind, „meine Einflüsse sind eben nicht nur retro und auch nicht nur aktuell. Ich mag Leon Bridges genauso wie die ersten Lenny Kravitz Platten oder alten Motown oder das starke Songwriting und den Live-Charakter aus Nashville. Beide Platten machen für sich alleine, aber vor allem im Kontext zu meiner musikalischen Sozialisierung Sinn.

Bei all dem Faible für Retro Sounds sind die Themen der Hamburger Künstlerin hoch-aktuell: Miu hadert auf dem Motown Stück „It’s a trap“ mit dem vermeintlichen Erwachsensein, schreit in „Gimme a break“ gegen unsere wahnsinnige Gesellschaft an und betört wiederum mit samtiger Soulstimme auf „So much more“ in bester NuSoul Marnier. Der Song „Partner in crime“ trifft den Hörer mit einer ungeheuren Wucht aus Streichern, Mellotron, Stimmen-Gewitter und Fuzz- Gitarre, während die an Jackson 5 erinnernde Leichtigkeit von „Easy“ den perfekten Soundtrack für jeden noch so drögen Arbeitstag liefert.

Das reduzierte und von Miu selbst eingespielte Klavierstück „Be the bigger person“ rundet die „Retro Seite“ mit einer sich verletzlich zeigenden Miu perfekt ab und lässt den Hörer mit feuchten Augen zurück. Was für eine Platte! Pardon, was für 2 Platten!

Und warum nicht einfach ein Doppelalbum raushauen?

Miu hat ihren Sound gefunden und schafft auf ihrem Doppelalbum einen Gegenentwurf zum Zeitgeist. Sie nimmt sich Zeit, kauft und restauriert originale Instrumente im Stile ihrer Helden. Miu reist in das legendäre Analog „Studio Nord“ und leistet sich die Streicher, Bandmaschinen und Musiker, die viele andere Acts nur noch im Computer erzeugen. Das macht Eindruck und so schließen sich auf ihrem Weg zu „Modern Retro Soul“ neben ihrer Liveband immer mehr Weggefährten an. Lutz Krajenski (Roger Cicero, Annett Louisan) steuert Arrangements für Bläser&Streicher und Orgeln im Stile von Booker T & the MGS bei. Hitproduzent Mark Smith (Johannes Oerding) freut sich, dass er wieder seiner alten Liebe, dem Soul frönen kann, Jazz-Star Stephanie Lottermoiser liefert ein charakteristisches Saxsolo und Steffen Häfelinger, der sonst auch Produzent/Mischer schonmal für Vincent Weiss oder Yvonne Catterfeld arbeitet, darf endlich wieder zeigen, dass er die heißeste James Bondgitarre Hamburgs spielt. Abgerundet wir das Team um Miu durch Co-Writer wie Jim Button (Stefanie Heinzmann), Mareike Plota (Emma Longard, Michael Schulte, Farhot), Tim Steiner, Kay Petersen (Rantanplan) & Magnus Landsberg, der als Gitarrist für Acts wie Gregor Meyle, Adel Tawil, Pohlmann, Sarajane spielt und das Album gemeinsam mit Miu co-produziert hat.

Das Monster Projekt lässt erahnen, dass „Modern Retro Soul“ auch ein Ausdruck für die ansteckende Begeisterung ist, die der Künstlerin inne wohnt. „Wer macht denn heute noch sowas?“

Neben der Musik ist die junge Soullady längst auch Aktivistin im Hamburger Kulturbetrieb (Vorstand Rockcity e.V.) und Mit-Gründerin des Hamburger Künstlerinnen-Kollektivs „LadiesArtistsFriends“.

Während Miu nonchalant „I’m working so hard to make it look easy“ singt, schafft Miu mit „Modern Retro Soul“ das, was wir sonst nur aus Filmen kennen. Ein Stückchen Hollywood im echten Leben. Und das brauchen wir dieser Tage auch dringend.

CREDITS:

„Ein Gesamtkunstwerk!“ – SCHALL
„Der Anfang einer großen Karriere“ – NDR
Was für ein Aufschlag“ – KIELER NACHRICHTEN
„Die Frau ist fantastisch, sie hat Starpotential. Die Stimme ist Soul pur, die Töne fließen sirupsüß und weich durch den Raum“ – LÜBECKER NACHRICHTEN
„Was für eine Stimme!“ – MELODIE & RHYTHMUS
„Denn mit der Hamburgerin Miu trat auf der Hauptbühne eine extra-ordinäre Sängerin auf, die es in den letzten drei Jahren zur festen Größe zwischen Jazz, Soul und Pop gebracht hat und inzwischen auch eine großartige Entertainerin genannt werden darf, ja: muss.“ – WELT

TAB Collective

(alle Live-Bilder von oliver saul fotografie)

Das TAB Collective kommt musikalisch ungezwungen um die Ecke. So beiläufig wie der CD Titel Back in town, ist auch der musikalische Start der CD. Man steigt quasi mit der ersten Nummer aus dem Taxi und ist in einer Klangwelt aus warmen Grooves zwischen Soul und Jazz. Das TAB Collective, bestehend aus einem Quartett (teils zum Quintett erweitert) und einer Sängerin und einem Sänger, möchte gar nicht erst ein Genre neu erfinden, sondern spielt 10 Titel (+1 radio edit), die betont stimmungsvoll und zugänglich sind. Die Musik erzählt Geschichten in verschiedenen Farben, das CD Cover ist ein Verweis auf diese erzählende Haltung.

Und doch betreten die Musiker durchaus unterschiedliche Terrains: Mal süffig mit Streicher Arrangements, wie in Where do we go from here oder auch mit Reminiszenzen an Stevie Wonder in Civility. Oder das von Stride-Piano Anklängen und von Drive geprägte At Midnight mit einem Gegenpool in der Ballade In your way.
Selten aber war Musik aus unserem Lande so international orientiert. Die Gründe liegen in den Details der Produktion. Das Album inszeniert zwei große Vokalisten: die mit liberianischen Wurzeln in Berlin ansässige Pat Appleton, die eine gestandene Soul & Jazz Sängerin ist und Ken Norris, der von den USA über den Umweg Paris nach Hamburg kam und dort als Professor für Jazzgesang lehrt. Beide ergänzen sich stimmlich aufs Beste und können ihr Timbre mit hohem Wiedererkennungswert wunderbar zur Geltung bringen. Und beide Singen mit Strahlkraft und interpretatorischem Feinsinn, dies eingebettet in eine großartige Band bestehend aus Roland Neffe (vibes), Tino Derado (piano), Andreas Lang (bass) und Emanuel Hauptmann (drums). Wenn auch nur klein in den credits vermerkt, ist Christian Lohr der Mann, der das Recording umgesetzt hat. Seine Referenzen reichen bis hin zu Joss Stone und anderen Stars der internationalen Szene. Er wirkt auf einigen Nummer auch als Perkussionist/backing vocals mit, versteht es primär die Kompositionen, die weitestgehend aus der Feder von Emanuel Hauptmann stammen, zum Klingen zu bringen.

Zusammengeführt hat das TAB Collective Emanuel Hauptmann mit Roland Neffe und Tino Derado. Die drei Musiker agieren nicht nur als Trio (daher der Name TAB / Trionauts Above and Beyond) oder auch erweitert um den dänischen Bassisten Andreas Lang, als Quartett, vielmehr aber eint sie die Idee zu einem Kollektiv: musikalische Ideen gemeinsam zu erarbeiten, auszuprobieren und auf den Gehalt abzuklopfen. So wurden passend zum Klangbild Pat Appleton und Ken Norris eingeladen, die sich zugleich als Textdichter/innen einbringen durften. Arrangements gingen durch die Hände von Emanuel Hauptmann, Tino Derado und Christian Lohr. TAB Collective sucht den Weg der mannigfachen Einflüsse, hier wurde bewusst auf ein Mastermind verzichtet. Das Resultat ist eine musikalische Frische, die ansteckend und in ihrer Direktheit eine Wohltat ist.
Gerne kehrt man musikalisch in die Stadt zurück – Back in town!